
Wie die Zähne zusammenpassen
Wenn wir vom Biss sprechen, meinen wir die Art, wie Ober- und Unterkiefer zusammenkommen. Ihre oberen Zähne sollten leicht über den unteren stehen, und die Höcker Ihrer Backenzähne sollten in die Furchen des gegenüberliegenden Backenzahns greifen. Passt Ihr Kiefer so zusammen, haben Sie höchstwahrscheinlich einen gesunden Biss.
Ein gesunder Biss verbessert die Funktion Ihrer Zähne und hält sie im Gleichgewicht. Ist der Biss fehlgestellt, lastet auf einzelnen Zähnen ungleichmäßiger Druck, wodurch sie sich ungleichmäßig abnutzen können.
Die Bissfunktion ist außerdem für vieles wichtig: Kauen, Schlucken, Atmen, Gesichtssymmetrie, Verdauung und mehr.
3 Anzeichen für einen guten Biss
- Keine Schmerzen: Sie sollten beim Zubeißen keine Schmerzen verspüren. Schmerzen im Kiefer oder in der umliegenden Muskulatur können auf einen fehlgestellten Biss hindeuten.
- Zähne: Wenn Ihre Zähne zueinander passen und entlang der oberen und unteren Kieferlinie symmetrisch stehen, ist das ein gutes Zeichen für einen gesunden Biss. Ihre Zähne sind darauf ausgelegt, die Kraft der jeweils anderen auszugleichen — stellen Sie sie sich wie Zahnräder in einer Maschine vor. Stimmt ein Zahnrad nicht, gerät die ganze Maschine in Schwierigkeiten. Beißen und Kauen belasten die Zähne, und wenn sie nicht richtig zueinander stehen, wirkt diese Kraft auf Kiefer und Zähne statt auf die Nahrung.
- Zunge: Ihre Zunge ist ein guter Indikator für einen falschen Biss. Ist der Biss nicht ausgerichtet, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich seitlich in die Zunge beißen. Das kann zu offenen Wunden führen, die sich leichter entzünden.
Was einen falschen Biss ausmacht
Wenn Sie schon einmal den Begriff Malokklusion gehört haben: Er bedeutet wörtlich „schlechter Biss“. Es gibt viele Anzeichen für einen falschen Biss — dazu gleich mehr. Zunächst aber die möglichen Ursachen.
Malokklusionen können entstehen durch:
- Vererbung
- Größenunterschiede zwischen Ober- und Unterkiefer
- Größenunterschiede der Zähne
- Fehlende, überzählige oder verlagerte Zähne
- Angeborene Fehlbildungen wie eine Gaumenspalte
- Fehlstellung nach der Ausheilung einer Kieferverletzung
- Kindliche Gewohnheiten wie Daumenlutschen, langer Schnullergebrauch oder Zungenpressen
Welche Arten von Fehlbiss gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man vier Arten: Überbiss, Vorbiss, Kreuzbiss und offener Biss.
- Überbiss: Eine gewisse Überlappung der unteren Frontzähne ist normal. In manchen Fällen kann ein verstärkter Überbiss jedoch dazu führen, dass die Frontzähne ins Zahnfleisch beißen.
- Kreuzbiss: Hier stehen die oberen Zähne innerhalb der unteren. Das kann auf einer oder auf beiden Kieferseiten auftreten.
- Vorbiss: Hier steht der Unterkiefer vor den oberen Zähnen.
- Offener Biss: Ein offener Biss liegt vor, wenn die Frontzähne die unteren Zähne gar nicht überlappen und die hinteren Backenzähne keinen Kontakt haben — der Mund befindet sich also nie in einer Ruheposition.
Welche Anzeichen sprechen für einen falschen Biss?
Für manche Menschen ist es offensichtlich, für andere sind die Anzeichen weniger auffällig. Zu den verräterischen Hinweisen zählen:
CMD-Symptome
Das Kiefergelenk sitzt auf beiden Gesichtsseiten und verbindet den Unterkiefer mit dem Schädel. Es spielt eine große Rolle dabei, Ihrem Kiefer den nötigen Bewegungsspielraum zu geben — also beim Sprechen, Gähnen und vor allem beim Kauen.
Zu den Symptomen gehören Schmerzen beim Bewegen des Kiefers, Steifigkeit, Druckschmerz sowie Knacken beim Öffnen und Schließen des Mundes.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen wirken nicht wie ein offensichtliches Zeichen für einen fehlgestellten Biss, da sie viele Ursachen haben können — sie sind aber ein Symptom.
Bei einem fehlgestellten Biss ist die Muskulatur, die den Kiefer bewegt, häufig stark verspannt. Diese angestaute Spannung kann Kopfschmerzen von leicht bis stark auslösen.
Sprachprobleme
Nicht alle haben dieses Symptom, für manche ist es aber sehr real. Wichtig zu wissen: Bei den meisten Patientinnen und Patienten bessern sich die Sprachschwierigkeiten, sobald der Kiefer kieferorthopädisch korrigiert wurde.
Wenn Sie bestimmte Wörter wegen einer steifen Kieferhaltung schlecht aussprechen können, ist das ein guter Hinweis auf einen fehlgestellten Biss.
Zähneknirschen
Zähneknirschen ist ein ernstes Problem, das Ihrem Lächeln schaden kann. Es kann außerdem zu Kieferschmerzen und Kopfschmerzen führen.
Der Fachbegriff dafür lautet Bruxismus. Es tritt eher bei Menschen auf, deren Biss schlicht nicht gut zusammenpasst. Die Belastung, die eine Fehlstellung auf den Kiefer ausübt, macht Knirschen wahrscheinlicher.
Ihre Zahnarztpraxis bemerkt es
Das letzte der verräterischen Zeichen: Bei der Kontrolle fällt der Praxis auf, wenn etwas nicht stimmt. Ein geschultes Auge erkennt Zähne, die nicht gut zusammenpassen, selbst wenn Ihr Lächeln gut aussieht.
Man kann Ihnen außerdem sagen, ob sich Ihre Zähne ungleichmäßig abnutzen — was bei einem fehlgestellten Biss vorkommt. Nach der Korrektur ist der Biss ausgeglichen und auch die ungleichmäßige Abnutzung wird behoben.
Wie lässt sich ein falscher Biss korrigieren?
Den Kiefer auszurichten ist nur kieferorthopädisch möglich. Die Korrektur eines fehlgestellten Bisses ist grundsätzlich aufwendig, weshalb transparente Schienen wie Invisalign dafür nicht ideal sind. Feste Zahnspangen sind die bessere Wahl, wenn es darum geht, genug Druck auf die Zähne auszuüben, um den Kiefer neu auszurichten — meist unterstützt durch Gummizüge.
Der sicherste Weg, Klarheit zu bekommen, ist der Besuch bei einer Kieferorthopädin oder einem Kieferorthopäden. Sie sind die einzigen Fachleute, die Zähne, Kiefer, Mund und Gesicht ausrichten können.
Wenn Sie nach diesem Artikel den Verdacht haben, dass Ihr Biss nicht stimmt, vereinbaren Sie eine kostenlose Beratung und lassen Sie Ihren Kiefer beurteilen.
Anzeichen und Symptome
Eine okklusale Erkrankung oder ein „falscher Biss“ kann vorliegen, wenn eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auf Sie zutreffen:
- Abgenutzte, abgesplitterte, gerissene oder gebrochene Zähne
- Zähne, die auf Wärme, Kälte und/oder Zubeißen empfindlich reagieren
- Mehrere Wurzelbehandlungen
- Lockere Zähne
- Zusammenpressen oder Knirschen der Zähne
- Keilförmige Defekte am Zahnhals (Abfraktionen) oder zurückgehendes Zahnfleisch
- Starker lokaler Knochenabbau rund um die Zähne
- Schmerzen in Zähnen und/oder Kiefergelenk beim Kauen
- Kopfschmerzen und Schmerzen der Gesichtsmuskulatur
- Zähne oder Zahnersatz, die brechen oder abplatzen



